Wie der Strom Arth eroberte
Die hundertjährige Geschichte des EW Arth ist gespickt mit spannenden Gegebenheiten und geprägt von jahrelangen Partnerschaften, die bis in die heutige Zeit Bestand haben.
Das Gründungsjahr 1905 unseres Elektrizitätswerkes führt zurück in eine Zeitwende, in der vor allem Petrollampe und Gaslicht durch eine weit hellere einfach zu bedienende Lichtquelle abgelöst wurden. Es war die elektrische Beleuchtung. Bald kamen der Kraft- und Kochstrom dazu. Nach und nach wurden die rauchenden und zischenden Kohlebügeleisen durch das elektrische Bügeleisen abgelöst. Durch den damaligen Entscheid der Gotthardbahn keinen Bahnhof in Arth und keine Haltestelle am Sonnenberg zu bauen, trat der Gedanke in den Vordergrund, die Linie Arth-Goldau elektrisch zu betreiben. Dies veranlasste ein gemeinsames Vorgehen mit der Arth-Rigi-Bahn für die Einholung von Offerten und einen gemeinsamen Kraftbezug. Durch den Abschluss mit dem EW Altdorf entstand deshalb eine Partnerschaft zwischen der Arth-Rigi-Bahn und der Gemeinde Arth sowie dem EW Altdorf, die bis heute Bestand hat. Im Auftrag der Gemeinde übernahm per 15. November 1905 die Arth-Rigi-Bahn in den ersten Jahren den Betrieb des Elektrizitätswerkes Arth. Heute versorgen wir in unserer Gemeinde mit den Dorfschaften Arth, Oberarth und Goldau, ohne die Rigi, über 10 000 Einwohner. Der Gesamtstromumsatz im Versorgungsgebiet des EW Arth stieg seit 1990 bis heute um über 30%, auf 42 Mio. kWh das sind rund 10 Mio. kWh mehr. Weitere wichtige Ereignisse im Laufe der 100 Jahre erfahren Sie in der Rubrik „kurz und bündig“!
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Kurz und bündig
Ein paar Eckdaten und Gegebenheiten, die in den letzten hundert Jahren die Geschichte des EW Arth mitprägen.
1903 In einer gemeinderätlichen Botschaft wird dem Bürger u.a. folgendes eröffnet: ,,Die Verhandlungen ergaben, dass das Elektrizitätswerk Schwyz die Pferdekraft zu 150 Franken, Rathausen zu 160 Franken und Altdorf zu 100 Franken offerieren, was den Abschluss mit Altdorf zur Folge hatte. Dabei sollte die Arth-Rigi-Bahn den Strom beziehen und damit auch die Gemeinde Arth beliefern." 1905 Gründungsjahr des EW Arth. Auf dieses Jahr hin kann das EW Arth von der ARB die elektrischen Anlagen übernehmen und die elektrische Beleuchtung in Betrieb nehmen. 1908 Gemäss dem Abonnementsvertrag der Technischen Prüfanstalten des Schweiz. Elektrotechnischen Vereins erklärt sich die Gemeinde Arth bereit, die an ihr EW angeschlossenen Hausinstallationen dem Starkstrominspektorat zu unterstellen. Die Kosten dafür belaufen sich auf 212 Fr. 50Cts. 1910 Einem Elektro-Installationsgeschäft in Goldau wird die Konzession verweigert mit der Begründung, dass nunmehr die Verwaltung des EW von der Gemeinde selbst besorgt wird und dass genanntes Werk die erforderlichen Installationen selbst vornimmt. 1911 Ein Schiedsgericht regelt die Auflösung aller Verträge und Verbindlichkeiten mit der Arth-Rigi-Bahn in Bezug auf das Elektrizitätswerk. 1914 Der Anschlusswert des Elektrizitätswerk Arth beträgt 620 PS, bei einer höchsten Momentbelastung von 350 PS. Es sind 233 Bügeleisen, 47 Heiz- und Kochapparate, 56 Motoren und 5300 Glühlampen angeschlossen. Einen grossen Anteil am Stromkonsum haben neben dem Grundwasserpumpwerk Betti, das Petrolllager Goldau und die Glühlampenfabrik. Es muss daher von der Arth-Rigi-Bahn ein Transformer mietweise übernommen werden. 1918 Gestützt auf die Sparverfügung des Eidg. Kriegwirtschaftsamtes verlangt das Elektrizitätswerk Altdorf die Einführung von Stromzählern bei den Abonnenten. der Kredit von Fr. 30 000.- wurde von der Gemeindeversammlung bewilligt. 1920 Das Wasserwerk wird dem Elektrizitätswerk zur gemeinsamen Verwaltung angeschlossen. Damit kann für die Gemeinde eine gewisse Rationalisierung erreicht werden, indem die Wartung und ein Teil der Reperaturen des Wasserwerkes vom gleichen Personal besorgt werden können. Zudem ist das Wasserwerk zu einem grossen Stromkonsumenten geworden. 1921 beansprucht es 6% des gesamten Energiebedarfs, nämlich 80 000 kWh. 1946 das Elektrizitätswerk steht in seiner grössten Entwicklung. Die Bautätigkeit nimmt ein bisher nicht gekanntes Mass an. Die Gebiete Buosingen, Goldauerberg, Gengigen und Röthen werden mit Licht und Kraft versorgt. 1978 Einführung der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) für die Strom- und Wasserfakturierung. 1990 Mit einem Kredit von 3.6 Millionen Franken soll in den nächsten fünf Jahren, als Folge der stark anhaltenden Bautätigkeit, das Verteilnetz des EW Arth den Bedürfnissen angepasst werden. 2005 Die Versorgungsnetze und Anlagen sind auf dem neuesten Stand der Technik und garantieren Zuverlässigkeit und Sicherheit für die weitere Zukunft.
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